Claudia Pechstein & Co.: Nachgetreten.

6. September 2009 | Von bernd | Kategorie: Medien, Meinungen, Übersicht

pechstein_fail

Jens Weinreich, einer der wenigen deutschen Sportjournalisten, der diese Berufsbezeichnung noch verdient, ist spätestens seit seiner gerichtlichen Auseinandersetzung mit DFB-Präsident Theo Zwanziger Anwaltskummer gewöhnt.

Doch im Rahmen seiner Berichterstattung über die unter Dopingverdacht geratene Eisschnellläuferin Claudia Pechstein lernte auch Weinreich eine weitere Facette der Abmahnunkultur kennen.

Was war passiert? Weinstein schrieb für die Online-Ausgabe der Frankfurter Rundschau einen Artikel über die vermeintliche Dopingsünderin. Dabei unterlief ihm ein Formfehler, der stante pede zu einer Unterlassungserklärung, garniert mit einer Zahlungsaufforderung von 775,64 EUR, führte. Weinreich zahlte und hielt die Sache für erledigt. Doch er sollte sich täuschen.

Denn die zweite Runde ließ nicht lange auf sich warten. Pechsteins Rechtsanwalt Simon Bergmann fühlte sich auf einmal durch den Weinreichschen Formfehler ebenfalls diskreditiert und schickte auf „eigene Rechnung“ eine weitere Abmahnung - dieses Mal mit 1.551,28 EUR dotiert. Ein Schelm wer Böses dabei denkt, zumal sich Bergmanns Kanzlei bereits in der Zwanziger-Sache mit Weinreich duellierte.

Das letzte Wort dürfte in dieser Sache noch nicht gesprochen sein. Es wäre allerdings mehr als wünschenswert, dass sich die Legislative die gängige Abmahnpraxis, die es in dieser Form in keinem anderen Land der Welt gibt, mal kritisch zur Brust nimmt.

Blog-Artikel zum Fall auf „Stefan Niggemeier“

Le Port: Oder ist man dort nur für Stoppschilder zuständig?

Tags: , , ,

Schreibe einen Kommentar